Schon seit langem mache ich mir Gedanken über das Verhältnis von Social Media und PR. Dazu gibt es jede Menge Präsentationen, Meinungen & Kommentare. Je nachdem, ob man „drin“ ist oder nicht, variieren die Ansichten. Verfolgt man die Diskussion auf Twitter, Facebook und Co, dann wird Social Media ganz selbstverständlich als integraler Bestandteil von PR-Arbeit verstanden. In der Theorie leuchtet das ein - doch besteht diese These auch dem Realitätscheck?
Nein. Ich glaube, in der Praxis sind wir alle längst noch nicht so weit. Denn der Umdenkprozess hat längst noch nicht alle Bereiche erfasst, es herrscht unglaublich viel Unsicherheit, wie man dieses „herausfordernde“ Thema anpacken soll. Social Media ist alles andere als selbstverständlich.
Und ich stelle mir die meiner Meinung nach durchaus berechtigte Frage: Wie weit ist die Kluft zwischen Digital Natives und Digital Immigrants? Welchen Vorsprung haben die Digital Natives vor den Nachzüglern, die erst jetzt damit beginnen sich mit dem Social Web zu beschäftigen? Und lässt sich diese Lücke überhaupt schließen - und muss sie das?
Macht es vielleicht nicht mehr Sinn, das Thema an der Wurzel zu packen? Müssen wir uns nicht viel stärker als jetzt auf die Ebene all jener herunter denken, die entweder nicht mir Social Media aufgewachsen sind, oder auch jegliche Affinität vermissen lassen. Müssen wir nicht viel mehr Unterstützung leisten, in dem wir uns in Probleme und Unsicherheiten mehr hineindenken? Viele, die sich mit Social Media beschäftigen, haben da noch viel Nachholbedarf.
Und außerdem möchte ich @markusmayr zustimmen, der in seinem Blog berechtigterweise sagt:
Social Media Berater haben ihre Existenzberechtigung. Genauso wie Whirlpool-Hersteller. Aber nur weil jeder einen Whirlpool will, heißt das noch lange nicht, dass jeder einen braucht.
Anstatt jeden vom Nutzen von Social Media überzeugen zu wollen, sollte man vielleicht erst einmal mit denen anfangen, die neugierig sind und sich auf das Abenteuer einlassen. Denn wie ich bereits in meinem letzten Post zum Ausdruck gebracht habe, Social Media bedarf nicht nur Zeit & Ressourcen, sondern Energie, Engagement und Enthusiasmus.
Und gleichermaßen sind Synergien das A und O. Die klassischen Instrumente der PR haben keinesfalls ihre Bedeutung verloren. Vieleicht sollten wir uns öfters mal überlegen, wie wir beides besser miteinander integrieren können um damit zielgerichteter, fokussierter und konkreter kommunizieren können. Wie verändert sich PR? Und wie lässt sich Neues & Altes zu einer schlagkräftigen Allianz miteinander verbinden?
Es bringt nichts, wenn alle Bereiche eines Unternehmens zwar motiviert, aber in unterschiedliche Richtungen rennen. PR sollte aus einem Guss sein, gleiches gilt für Social Media. Unternehmen werden sehr viel erfolgreicher sein, wenn sie ihre Aktivitäten vernetzen, sich abstimmen und voneinander und miteinander lernen.
Interessen:
social media, music, friends and fast cars